Brüder der Landstrasse

Ausgehend von einem konkreten Bauwerk in Bernau bei Berlin, einer von Gustav Lilienthal (Bruder des Flugpioniers Otto Lilienthal) entwickelten Baracke mit Einzelstübchen für Obdachlose in Lobetal, beschäftigen wir uns mit dem Thema "Recht auf Wohnen". In einem abwechslungsreichen Programm mit Festumzug, Kunstaktion, Grillparty, Diskussionen, Workshop und Filmabend kommen Immobilienspekulanten genauso zu Wort wie Obdachlose, Künstler, Wissenschaftler, Architekten und Menschenrechtler. Denn das "Recht auf Wohnen" ist ein international verbrieftes Menschenrecht. Staaten, Länder, Kommunen, Städte sind verpflichtet, im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Verfügbarkeit angemessenen Wohnraums sicherzustellen, Mietwucher und Diskriminierungen auf dem Wohnungsmarkt zu unterbinden und die prekäre Wohnsituation bedürftiger Menschen zu verbessern.
Was waren die Probleme der Bewohner der Städte Anfang des 20. Jh und womit kämpfen wir heute? Lilienthal versuchte seinerzeit bereits mit der Idee der "Zerlegbaren Häuser" oder Wohngenossenschaften der sozialen Wohnungsnot etwas entgegenzusetzen. Welche Ansätze finden wir heute im Umgang mit den aktuellen Phänomenen der Immobilienspekulation, innerstädischen Verdrängung und globalen Flüchtlingsbewegungen?

PROGRAMM

SA 6. Mai 2017 "Brüder der Landstrasse"- Festumzug, Kunstaktion & Grillparty
11 Uhr Treffpunkt Bushaltestelle Lobetal, Dorf
Feierlicher Umzug von Elementen der letzten Lilienthal-Baracke von Lobetal in den Bernauer Stadtpark. Wir fahren mit Fahrrädern. Es besteht auch die Möglichkeit in einem Kremser mitzufahren!
Anmeldung unter: 03338 365288, kulturamt@bernau-bei-berlin.de
12.30 Uhr Treffpunkt im Stadtpark Bernau
Einbringung der Barackelemente in eine Vitrine mit anschließender Grillparty.

SO 7. Mai 2017, 15 Uhr "Gustav Lilienthal und das Recht auf Wohnen" - Experten-Picknick im Park
Expertengespräche bei Kaffee und Kuchen zu Gustav Lilienthals sozialreformerischen Visionen und aktuellen Entwicklungen. Mit Annekathrin Bach (Schauspielerin), Jan Cantow (Hoffnungstaler Stiftung Lobetal), Bernd Eccarius-Otto (Heimatmuseum Bernau bei Berlin), Dr. Bernd Lukasch (Lilienthal Museum Anklam), Eberhard Schultz (Eberhard Schultz Stiftung für soziale Menschenrechte) und Friedemann Seeger (baudenkmal bundesschule bernau bbb e.V.).

FR 12. Mai 2017, 21 Uhr "Die Stadt als Beute"- Freiluft-Filmabend im Park
Von London bis New York gilt Berlin plötzlich als "the place to be". Welten prallen aufeinander und Paralleluniversen tun sich auf. Andreas Wilcke hat diesen Vorgang vier Jahre lang durchleuchtet. Mit seiner Kamera ist er in der Stadt unterwegs und befragt die verschiedenen Akteure vom Investor, Makler bis zum Mieter. Als Zuschauer ist man dabei, wenn im Zeitraffertempo eine ganze Stadt umgekrempelt wird. Dokumentarfilm, 2016 (82 Min.)

SA 13. Mai 2017, 11 Uhr "Little Home" - Workshop im Park
Angeregt durch einen Fernsehbericht startete der Ex-Bernauer Sven Lüdecke das Projekt "Little Home", kleine Häuser auf Rollen für Obdachlose aus gespendeten Materialien. Gemeinsam mit ihm und seinem Team bauen wir ein "Little Home", welches später an einen Odachlosen übergeben werden wird. Workshopdauer ca. 4h, Teilnehmerzahl 15 Personen. Anmeldung unter: 03338 365288, kulturamt@bernau-bei-berlin.de

SO 14. Mai 2017, 15 Uhr "Recht auf Wohnen : Tendenzen und Initiativen" - Podiumsgespräch im Park
Mit Dr. Celina Kress (Center for Metropolitan Studies, TU Berlin), Sven Lüdecke (little home e.V.), Paul Neupert (BAG Wohnungslosenhilfe e.V.) und Andreas Wilcke (Filmemacher).
Moderation: Susanne Lenz (Berliner Zeitung)
16 Uhr "Wohnzimmer als Wildnis", lecture performance von Mariel Jana Supka (University of Roehampton, London)

Alle Veranstaltungen im Stadtpark Bernau (außer Festumzug, Start in Lobetal, SA 6.5.17) und 
Eintritt frei!

Bei schlechtem Wetter geben wir kurzfristig einen alternativen Veranstaltungsort auf unserer Website bekannt.